00:02
Ein Junge, der von zu Hause wegläuft. Ein Mann, der angeblich verstorben ist. Und ein Haus, in dem plötzlich lauter Fremde auftauchen. Heute bei Spurlos.
00:27
Guten Morgen, Silvie. Guten Morgen, Julia. Silvie, unsere Geschichte heute, eine sehr emotionale Geschichte, findet zum einen natürlich in Deutschland statt, aber zum anderen weit weg in den USA und zwar nach Nashville. Genau.
00:43
Heute erzählt uns Richard seine Geschichte. Es geht um Verlust, um Trauer und um einen Mann, der spurlos verschwindet.
00:53
Eine Familie steht in Frankfurt am Main in der großen Abflughalle des Flughafens. Ein Mann, eine Frau und zwei Jungen. Sie haben Gepäck dabei und der Mann hält Reiseunterlagen in der Hand. Die Frau steht dicht bei den Kindern, eine Hand auf dem Griff des kleinen Koffers, die andere auf der Schulter eines der Jungen. Immer wieder sieht sie nervös hinauf zu der großen Anzeigetafel, auf der ständig neue Flüge erscheinen und andere wieder verschwinden.
01:22
Um diese Familie herum herrscht reges Treiben. Menschen gehen vorbei, sie ziehen ihre Koffer hinter sich her, bleiben kurz stehen oder suchen nach ihrem Weg. Es wird gesprochen, gelacht und gerufen. Dazwischen hört man die Lautsprecherdurchsagen, die Abflüge, Gateänderungen und letzte Aufrufe ankündigen. Stewardessen und Flugbegleiter in Uniformen laufen quer durch die Halle und in den Wartebereichen sitzen Reisende nebeneinander.
01:50
Einige schauen auf ihre Uhren, andere blättern in Zeitschriften oder blicken immer wieder auf ihre Tickets, als wollten sie sicher sein, nichts zu übersehen. Die beiden Jungen sehen sich jetzt an. Sie sagen nichts und bleiben ganz dicht beieinander stehen. Der Jüngere der beiden Jungen heißt Richard. Er ist zehn Jahre alt. Und er hat Angst. Denn er weiß, dass er sich gleich verabschieden muss. Niemand in dieser Halle würde auf den ersten Blick etwas Besonderes daran erkennen. Eine normale Familie, eine kurze Reise, so sieht es für jeden aus, der gerade an ihnen vorüberläuft.
02:27
Doch hier ist nichts normal. Diese vier Menschen sind keine normale Familie. Und dieser Moment ist kein gewöhnlicher Abschied an einem Flughafen. Was Richard zu diesem Zeitpunkt nicht ahnt, diese Reise wird der Beginn von etwas sein, das er erst viele Monate später verstehen wird. Denn einer der vier wird plötzlich verschwinden. Spurlos.
02:52
Eine Mitarbeiterin des Bodenpersonals geht an ihnen vorbei. In der Hand hält sie ein kleines Funkgerät und spricht kurz hinein. Ein Baby weint irgendwo in der Nähe. Gleichzeitig rutscht einem Reisenden eine Bordkarte aus der Hand und fällt zu Boden. Er bückt sich kurz, hebt sie auf und geht weiter. Der Mann drängt die beiden Jungen und die Frau jetzt zum Aufbruch. Es geht los.
03:21
Richard hat schon lange vor diesem Tag in der Abflughalle des Flughafens gespürt, dass sich etwas verändert hat. Er kann nicht sagen, wann es begonnen hat, aber er weiß genau, dass ein Unglück bevorsteht und dass er es nicht mehr aufhalten kann.
03:35
Irgendwann hat er wie einen Schalter umgelegt oder so ein Knacks. Da stimmt irgendwas nicht. Und der wollte dann nicht mehr irgendwie. Also hatte ich das Gefühl, dass ihm das zu viel wurde. Ich hätte nicht alleine gehen lassen sollen.
03:56
Das war mein größter Fehler in meinem Leben.
04:00
Ja, also Richard spürt, dass die Dinge um ihn herum sich verändern und dass er keine Kontrolle darüber hat. Richard ist unsicher und er hat viel Angst und diese Gefühle täuschen ihn auch nicht. Denn hinter den Blicken und den Entscheidungen der Erwachsenen verbirgt sich etwas, das Richard noch nicht erkennen kann. Etwas, das da längst seinen Lauf genommen hat und das schon bald alles verändern wird.
04:26
Ich habe Richard viele Jahre nach diesem Tag in dieser Abflughalle des Frankfurter Flughafens kennengelernt. Er ist wahnsinnig sympathisch, ein junger Mann, offen, warmherzig. Und ja, ich habe schnell gespürt, dass er gelernt hat, mit dem umzugehen, was ihm das Leben, wie soll ich sagen, zugemutet hat. Ich habe hinter dieser Freundlichkeit und der Warmherzigkeit auch eine große Traurigkeit gesehen und es war sehr berührend.
04:56
Wenn Richard heute von damals erzählt, beginnt er immer wieder genau an diesem Ort, am Flughafen in Frankfurt. An einem Tag, der ganz normal begann und der dann alles verändert hat.
05:09
Ja, aber wir beginnen mit dieser Geschichte sehr viel früher, nämlich im Jahr 1989. In diesem Jahr wird Richard geboren und zwar in den USA. Genauer gesagt in Clarksville im Bundesstaat Tennessee. Und Clarksville liegt etwa 100 Kilometer nordwestlich von Nashville, der Hauptstadt von Tennessee.
05:27
Ja, Nashville, ich höre irgendwie im Hintergrund, wenn wir darüber reden, höre ich schon die ganze Zeit, habe ich einen Soundtrack von Johnny Cash im Ohr.
05:34
Genau, weil Nashville steht ja für Country Music, Music City.
05:38
Ist eine der ungewöhnlichsten und auch eine der spannenderen Städte auf jeden Fall, die ich in den USA kennengelernt habe.
05:45
Genau, und du bist dorthin gereist, denn du hast nach einem Mann gesucht, der dort wegen eines schweren Verbrechens in einem Gefängnis inhaftiert war.
05:51
Ja, genau.
05:53
Ich bin davon ausgegangen, dass dieser Mann möglicherweise mehr weiß, als er bis zu diesem Zeitpunkt preisgegeben hatte und dass er und vielleicht auch das Verbrechen, in das er verwickelt gewesen war, etwas mit Richard und ihrer gemeinsamen Vergangenheit zu tun haben könnte.
06:11
Dazu kommen wir aber später noch. Das führt jetzt schon ein bisschen zu weit. Erstmal wächst Richard in Clarksville auf.
06:19
Er wächst bei seiner Mutter auf, zusammen mit seinem älteren Bruder Anthony. Richards Mutter heißt Hyun Nan Parker. Sie ist Koreanerin, lebt aber schon seit ihrer frühen Kindheit in den USA und ist auch hier aufgewachsen.
06:32
Yang Nan ist alleinerziehend und kümmert sich ohne ihren Ehemann um ihre beiden Söhne. Die beiden Jungen haben ihren Vater nie kennengelernt oder zumindest erinnern sie sich nicht an ihn.
06:42
Als Richard etwas älter wird, beginnt er immer häufiger Fragen über seinen Vater zu stellen. Wie er war, wie sah er aus und warum lebt er denn nicht bei ihnen? Richard merkt, dass seine Mutter ihm dann oft ausweicht. Sie wechselt schnell das Thema, lächelt etwas zu schnell oder sagt, dass er später alles verstehen wird. Aber dann irgendwann antwortet sie ihm dann doch.
07:07
Als ich meine Mutter gefragt habe, wo mein Vater denn sei, hat sie mir gesagt, dass er tot ist.
07:15
Der kleine Richard merkt, dass ihn das Thema erstmal etwas stärker beschäftigt, als er es nach außen zeigt. Er spricht nie darüber, auch nicht mit seinem Bruder Anthony. Stattdessen behält er seine Gedanken für sich. Aber mit der Zeit rückt die Sehnsucht nach seinem unbekannten, verstorbenen Vater in den Hintergrund. Denn Richards Alltag ist erfüllt von vielen anderen Dingen, die seine Aufmerksamkeit voll und ganz in Anspruch nehmen.
07:40
Genau, denn gemeinsam mit seinem Bruder Anthony entdeckt Richard die Welt. Die beiden kleinen Jungen streifen durch die Nachbarschaft, sie erkunden Straßen, Hinterhöfe und versteckte Ecken. Und jeder Tag bringt neue Eindrücke, neue Ideen und neue kleine Herausforderungen, die die beiden Brüder gemeinsam meistern.
07:58
Und dabei ist Anthony, der zwei Jahre älter ist als Richard, meist derjenige, der vorausgeht und der die Entscheidungen trifft, während Richard ihm fröhlich und neugierig folgt und sich über jedes noch so kleine Abenteuer freut.
08:12
Und so sehen eben diese Jungsabenteuer aus. Die Katze des Nachbarn hat Junge bekommen, der Gartenzaun einer Straße weiter wurde gelb gestrichen, ein Luftballon ist im Baum hängen geblieben oder es ist ein bunter Ice Cream Truck mit lauter Musik an ihrem Wohnhaus vorbeigefahren.
08:30
Wir waren glückliche Kinder. Wir waren unzertrennlich. Im Großen und Ganzen waren wir jeden Tag zusammen und haben immer was unternommen. Auf jeden Fall immer draußen rennen und wie Kinder halt sind. Wir waren wie Zwillinge, sage ich mal. Er war praktisch meine bessere Hälfte. Ich habe zu ihm aufgeschaut. Also er war wie ein Vorbild für mich.
08:57
Die Mutter der beiden Jungen ist berufstätig und wenn Richard und sein Bruder nicht im Kindergarten oder später in der Schule sind, kümmern sich tagsüber meist Babysitter um sie. Für Richard und Anthony ist es völlig selbstverständlich und da ihre Mutter ein sehr gutes Gespür dafür hat, wen sie auswählt, fühlen sie sich bei den Betreuern sicher und gut aufgehoben.
09:17
Sie haben viel Spaß und Sie lieben es, wenn Sie etwa mit den Babysittern den Basketball auf den Korb in der Einfahrt werfen, gemeinsam Peanut Butter Sandwiches in der Küche schmieren oder mit einer süßen Limonade auf der Veranda sitzen.
09:31
Wenn ihre Mutter abends nach Hause kommt, dann laufen ihr Richard und Anthony immer aufgeregt entgegen und versuchen gleichzeitig zu erzählen, was sie alles erlebt haben. Die Mutter legt dann ihre Tasche in den Flur, umarmt ihre Jungs und lacht. Manchmal zeigt ihr Richard ganz stolz eine Zeichnung oder Anthony berichtet aufgeregt, wie er im Garten ein kleines Eichhörnchen beobachtet hat, das von Ass zu Ass gesprungen und schließlich blitzschnell im Baum verschwunden ist.
09:57
Die beiden Brüder lieben ihre Mama über alles. Sie ist für sie der sichere Mittelpunkt ihres Alltags. Jemand, der da ist, zuhört, tröstet und lacht, auch wenn der Tag manchmal hektisch und voll ist oder ein aufgeschlagenes Knie versorgt werden muss.
10:14
Eine hübsche Frau, sehr liebevoll und sorgsam. Sie hat sich um uns sehr, sehr liebevoll und wohl gekümmert und dass uns einfach nichts passiert.
10:30
Und Richard kann nicht wissen, dass diese wunderbare Zeit bald zu Ende gehen wird. Er ist ein kleiner Junge, er lebt ganz im Hier und Jetzt und er genießt die Nähe seiner Mutter. Doch bald wird all das nur noch in seiner Erinnerung existieren und er wird sich plötzlich in einem fremden Land und auf einem fremden Kontinent wiederfinden. Und die Geborgenheit, die er jetzt kennt, hier neben seiner Mama, die wird er so nie wieder erleben.
10:56
Richard hat uns ein Foto zur Verfügung gestellt. Darauf sieht man ihn und seinen Bruder Anthony zusammen mit ihrer Mutter.
11:04
Das ist so goldig, das Foto. Unglaublich. Also erstmal diese beiden, im Partnerlook angezogen, mit Weste, der eine, der andere mit Hosenträger und kleine Fliegen. Ja, Anthony trägt.
11:16
Eine rote Fliege und Richard eine schwarze Fliege. Wie süß ist das?
11:20
Und man sieht im Hintergrund so eine Art Kamin oder so. Vielleicht ist auch ein elektrischer Kamin so weihnachtlich geschmückt mit so einer typischen amerikanischen Weihnachtsgelande. Also ich vermute, alle sind herausgeputzt zum Weihnachtsfoto. Dementsprechend auch die Mama.
11:36
Ganz stolz, ganz lieb, wie eine stolze Mama eben lacht. Ich glaube, sie ist da sehr glücklich in diesem Moment und einfach eine sehr hübsche, junge Mama. Könnte so Ende der 80er wahrscheinlich gewesen sein, was sagst du? Auch Frisur und Größe der Straßeohrringe deuten auf diese Zeit hin.
11:56
Ja, auch diese Seitenbluse, die sie trägt, die sieht ganz edel und schön aus.
12:01
Edel und ein bisschen Schulterpolster.
12:03
Mit Schulterpolster, genau.
12:04
Hatten wir alle.
12:05
Richtig schönes Bild. Dann wird es Frühling. Frühling im Jahr 1996. Richard ist sieben Jahre alt, Anthony ist neun. Es ist der 17. Mai und der beginnt zunächst wie jeder normale Tag. Die beiden Jungen und ihre Mutter stehen auf und machen sich fertig, die Kinder für die Schule, ihre Mutter für die Arbeit. Sie frühstücken kurz gemeinsam und dann brechen sie zusammen auf. Nichts an diesem Morgen scheint ungewöhnlich. Die Jungen lachen, sie erzählen von ihren Plänen und freuen sich auf den Tag, der vor ihnen liegt.
12:36
Ihre Mutter hört ihnen zu, sie lächelt und dann umarmt sie die beiden und verabschiedet sich.
12:41
Am Nachmittag, als alle wieder zu Hause sind, bricht die Mutter noch einmal auf, denn sie muss noch kurz was erledigen.
12:49
Da ist sie einkaufen gegangen. So hat es schon alles bereit gemacht, so fürs Einkaufen. Zell geschrieben, Taschen gepackt, ein Auto angelassen und ist dann losgefahren.
13:04
Etwa eine Stunde vergeht, dann bemerkt Richard etwas Ungewöhnliches. Denn plötzlich kommen nach und nach immer mehr Menschen zu ihnen ins Haus. Die meisten kennt Richard nicht. Die Erwachsenen gehen ein und aus, sie sprechen leise miteinander oder stehen schweigend in den Zimmern. Sie werfen sich besorgte Blicke zu und niemand lacht.
13:24
Richard versteht nicht, was hier vor sich geht. Zunächst wundert er sich nur über die vielen Besucher. Doch obwohl ihm niemand erklärt, was geschehen ist, spürt der kleine Junge nach einer Weile, dass hier etwas nicht stimmt.
13:38
Irgendwann wurde es uns dann halt gesagt oder uns mitgeteilt, dass meine Mutter einen Unfall hatte.
13:47
Und dass die Chancen halt gering stehen.
13:50
Und dass als Kind...
13:54
Das zu verkrafen, das ist erst mal paralysiert, unter Schock. Und man versteht erst mal die Welt nicht.
14:02
Richards Mutter hatte einen Autounfall und wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Aber er schaut trotzdem immer wieder zur Tür. Vielleicht kommt seine Mama ja doch gleich nach Hause. Vielleicht war alles nur ein Missverständnis. Doch sie kommt nicht. Stattdessen nehmen ihn fremde Menschen in den Arm, streicheln ihm über den Kopf und sagen Sätze, die ihn eher verwirren als beruhigen. Richard spürt nur eins, er hat Angst, große Angst. Und kurze Zeit später kommt die Nachricht.
14:33
Seine Mama hat den Unfall nicht überlebt. Sie ist im Krankenhaus verstorben. Richard starrt die Erwachsenen an. Viele weinen, andere nehmen sich wortlos in den Arm.
14:46
Es ging alles so schnell. Und mein Bruder, der hat das überhaupt nicht verkraftet. Überhaupt nicht. Er war nur am Heulen. Und da habe ich mir in dem Moment gedacht, da muss ich der Starke sein. Und für meinen Bruder da sein. Und das...
15:15
Das ist sehr schwer.
15:18
An die Tage nach dem Unfall erinnert sich Richard später kaum noch. Alles wirkt im Rückblick verschwommen und unwirklich. Seine Erinnerung setzt erst am Tag der Beerdigung wieder ein. Richard steht neben seinem Bruder vor dem offenen Sarg ihrer Mama. Anthony weint so sehr, dass sein ganzer Körper zittert. Richard hat seinen Brudersohn noch nie gesehen. Bisher war Anthony immer der Stärkere gewesen, derjenige, der vorauslief, der wusste, welches Spiel sie spielen, der Richard an die Hand nahm und ihm immer versicherte, dass alles gut wird.« In diesem Moment, jetzt vor dem offenen Sarg ihrer Mama, fasst Richard einen Entschluss.
15:59
Von jetzt an wird er auf Anthony aufpassen. Sein Bruder darf nicht mehr traurig sein. Richard will von nun an der Große sein, der Beschützer seines älteren Bruders.
16:11
Ja, und wir werden in dieser Geschichte noch sehen, dass Richard an dieser Aufgabe, die er sich da als kleiner Junge vor dem Sarg der Mama stellt und die viel zu groß und zu schwer für ihn ist, später beinahe zerbrechen wird. Bis heute quält ihn der Gedanke, dass er versagt hat und dass er nach dem Tod der Mutter nicht gut genug auf Anthony aufgepasst hat und dass alles, was dann später passiert ist, seine Schuld ist. Jetzt kommt Werbung.
16:42
Als ich so ein junger Hüpfer war, so nach dem Abi und so die Reisen, da bin ich einfach losgefahren. Da hatte man ja noch nicht mal ein Navi, ist irgendwo hin, hat irgendwo gepennt, keine Ahnung. Wenn ich da heute dran zurückdenke, war es für damals natürlich cool. Aber jetzt, ich sage mal, als gestandene Frau und auch mit Familie, finde ich das wahnsinnig anstrengend und auch zu unvorhersehbar. Also ich bin sehr froh, bei einer Reise auch einen Plan zu haben. Und umso besser ist es, dass unser heutiger Werbepartner Tourlane ist.
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Es dauert noch eine Woche, dann kommt jemand zu Besuch, mit dem Richard nicht rechnet und von dem er immer geglaubt hat, dass es ihn gar nicht gibt. Richard erinnert sich daran, dass er völlig aufgelöst ist, als die Verwandten ihm erklären, dass sein Vater auf dem Weg nach Clarksville ist.
20:02
Ja, das musst du dir jetzt mal vorstellen. Also die Mutter von Richard ist gerade verstorben. Da sind alle noch unter Schock und genau in dem Moment, taucht der Vater in seinem Leben auf. Ein Vater, den er ja bis dahin für Druck gehalten hat. Während Richard noch versucht, den Verlust der Mutter irgendwie zu begreifen, muss er sich plötzlich mit einer völlig neuen Wahrheit auseinandersetzen, die jetzt alles noch komplizierter macht.
20:31
Warum die Mutter ihre beiden Jungen belogen hat, bleibt für immer unklar. Vielleicht wollte sie Richard und Anthony aus ihrer Sicht emotional schützen. Tod klingt ja endgültig und lässt keinen Raum für Hoffnung. Aber auch nicht für den Schmerz über eine ungeklärte Abwesenheit. Warum bist du nicht bei uns? Vielleicht erschien es der Mutter einfacher, diese Version zu wählen, als ihre Söhne immer neuen Fragen und Unsicherheiten auszusetzen.
21:01
Vielleicht ist Richards Mutter auch davon ausgegangen, dass ihr Mann nie wieder auftaucht. Wir wissen es nicht. Aber nun ist dieser Mann, dieser Vater, auf dem Weg nach Clarksville, um seine beiden Söhne zu sehen. Und Richard erfährt, dass sein Vater Amerikaner ist, aber er lebt in Deutschland.
21:19
Dann habe ich meinen Vater gesehen und habe mich erst mal riesig gefreut und habe den halt direkt umarmt, weil sowas erlebt man nicht alle Tage. Du hast mal gesagt, dein Vater ist tot und dann auf einmal steht er vor dir, also entweder ist er tot oder ist er lebendig und da so direkt erst mal umarmt und vermisst einfach.
21:40
Und ja, da war er da eine Woche oder so und hat sich Zeit genommen für uns. Das war erst mal ein Schock. Also mir ging es da ganz komisch. Und uns ging es alle komisch, also mir und mein Bruder.
21:56
Kannst du dir das vorstellen für zwei so kleine Jungs, was für eine, wie soll ich sagen, emotionale Achterbahn?
22:02
Unglaublich. Unglaublich. Schon zu viel, ne?
22:06
Ja.
22:07
Und Richards und Antonies Vater ist nicht gekommen, um seine Söhne kurz zu besuchen oder ihnen in dieser schweren Situation beizustehen. Er ist gekommen, um sie mitzunehmen. Mitzunehmen an den Ort, an dem er jetzt lebt. Und dieser Ort befindet sich in Europa und zwar in Deutschland. Alles geht jetzt ganz schnell. Die beiden Brüder sollen ihre Sachen packen. Dann besteigen sie zusammen mit ihrem Vater ein Flugzeug.
22:30
Viele Stunden später landen sie mit ihrem Vater, der für sie nach wie vor ein Fremder ist, in Frankfurt am Main. Und sie finden sich plötzlich in einer Welt wieder, die ihnen vollkommen unbekannt ist. Schon am Flughafen spüren die beiden Jungen, dass sie hier nicht hergehören. Richard und Anthony sprechen natürlich kein einziges Wort Deutsch. Die Gespräche um sie herum klingen für sie wie ein wildes Durcheinander von Lauten, das gar keinen Sinn ergibt. Die vertrauten Straßen von Clarksville, die bekannten Gesichter der Nachbarn, der Eistruck und die Katze von nebenan, alles, was sie ihr ganzes Leben lang begleitet hat, das liegt nun weit hinter ihnen.
23:10
Und zum ersten Mal fühlen sie sich nicht nur traurig und verunsichert, sondern auch fremd und völlig verloren.
23:18
Richard und Anthony leben nun mit ihrem Vater und dessen neuer Frau in Mannheim, einer Stadt, die mit Clarksville überhaupt nichts gemeinsam hat.
23:27
Alles ist hier anders. Die Häuser, die Straßen, die Menschen und sogar ganz alltägliche Geräusche wie die Sirene eines Rettungswagens klingen hier fremd. Die beiden Jungen sind also nicht nur in ein anderes Land gereist, sondern in ein völlig neues Leben.
23:43
Richard beobachtet alles aufmerksam. Er vermisst seine Mutter und sein ehemaliges Zuhause, aber er will stark sein, stark für sich und vor allem für Anthony. Und obwohl er noch so klein ist, weiß er, dass es kein Zurück in sein altes Leben gibt. Er hat Angst, aber er will seinen Platz in dieser neuen Welt finden. Richard beobachtet alles, er lernt und er passt sich an.
24:06
Ja, und Anthony hingegen, dem fällt der Staat in sein deutsches Leben deutlich schwerer. Er weint sehr viel und zieht sich oft zurück. Und es wirkt, als würde er noch sehr an seinem alten Leben festhalten, dass es ja seit dem Tod seiner Mama gar nicht mehr gibt.
24:24
Die Brüder lernen sehr schnell Deutsch. Bald können sie die Schule besuchen, am Unterricht teilnehmen und Kontakte zu anderen Kindern knüpfen. Zum ersten Mal seit langer Zeit kehrt ein ganz kleines Stück Normalität in ihr Leben zurück. Richard und Anthony sind unzertrennlich. Sie unternehmen fast alles gemeinsam und geben sich in dieser schwierigen Zeit gegenseitig Halt.
24:47
Nachdem sie ihre Mutter verloren haben und in ein fremdes Land gezogen sind, ist ihre enge Beziehung das Einzige, was ihnen geblieben ist. Sie verstehen sich ohne viele Worte und genau das gibt ihnen die Kraft, diesen neuen Lebensabschnitt überhaupt zu bewältigen.
25:04
Mit ihrem Vater kommen die beiden Brüder einigermaßen zurecht. Er sorgt dafür, dass der Alltag läuft, dass Rechnungen bezahlt und Termine eingehalten werden. Er fragt nach der Schule, nach dem Training, nach dem Wetter und manchmal sogar nach dem Befinden der Jungen. Aber seine Fragen bleiben immer oberflächlich und vor allem Anthony schafft es nicht, Vertrauen zu ihm aufzubauen. Für ihn bleibt sein Vater immer fremd. Zu ihrer Stiefmutter haben die Brüder ein besseres Verhältnis. Richard erinnert sich daran, dass sie immer wieder versucht hat, den Schmerz und die Trauer der beiden Jungen zu verstehen und ganz behutsam zu ihnen durchzudringen, aber ohne Erfolg.
25:42
Die Brüder wollen nicht über ihre Gefühle und ihren Schmerz sprechen. Sie behalten alles, was sie belastet, für sich.
25:49
Ja, das ist so die erste Entscheidung eines Erwachsenen, des Vaters in dieser Geschichte, bei der ich mich frage, war die schon grundsätzlich die Richtige? Diese Kinder mitzunehmen nach Deutschland. Jetzt ist es der leibliche Vater, der ist nun mal in Deutschland, der hat da ein Leben, der hat da eine Frau.
26:10
Es wäre unrealistisch, dass der jetzt in den USA bleibt, aber war das das Richtige?
26:15
Nach allem, was die Jungen erlebt haben, nach diesem fürchterlichen Schock.
26:20
Schwierige Entscheidung. Irgendwie das erste Bauchgefühl sagt bei mir, man hätte die Jungs nicht auch noch aus der vertrauten Umgebung reisen dürfen. Schwierig.
26:32
Richard hat sich nach einigen Monaten an die neuen Umstände relativ gut angepasst. Natürlich vermisst er seine Mama und sein früheres Leben, aber er scheint leichter Anschluss zu finden und es gelingt ihm immer besser, nach vorne zu blicken. Anthony dagegen fällt der Start in das neue Leben immer noch schwer.
26:51
Er kommt mit den vielen Veränderungen kaum zurecht. Die neue Sprache, die Schule und die ungewohnte Umgebung erinnern ihn jeden Tag daran, was er alles verloren hat. Während Richard in Deutschland anzukommen scheint, bleibt Anthony innerlich noch in der Vergangenheit. Oft wirkt er nachdenklich und zurückgezogen, als würde ein Teil von ihm noch immer auf die Rückkehr in sein altes Leben hoffen.
27:16
Er hat sich unwohl gefühlt. Wie das jeder andere gesehen hat, das weiß ich nicht. Aber weil ich halt meinen Bruder am besten kannte, habe ich gesehen, dass es ihm nicht gut geht oder dass die Umstellung ihm nicht gut tut. Und dass er das eigentlich nicht will.
27:36
Ja, Richard gelingt es, die Trauer um seine Mutter von seinem Alltag zu trennen. Er weint oft nachts heimlich, wenn die Erinnerungen, die Sehnsucht und der Schmerz nicht mehr auszuhalten sind. Aber tagsüber in seinem Alltag, da wirkt er wie ein ganz normaler Junge. Er funktioniert, er spielt, er lacht manchmal sogar. Ja, als hätte er gelernt, die Trauer in einen Raum zu sperren, den er nur dann öffnet, wenn niemand ihn sehen kann.
28:01
Anthony gelingt das offensichtlich nicht. Bei ihm vermischt sich die Trauer mit allem, was er tut. Sie kommt oft ganz plötzlich in allen möglichen Alltagssituationen durch. Beim Spielen, bei den Hausaufgaben, beim Abendessen. Und sie lässt sich nicht einfach beiseite schieben. Oft ist Anthony deprimiert und in sich gekehrt. Dann wieder reagiert er schnell gereizt und explodiert plötzlich wegen Kleinigkeiten, als würde alles in ihm ständig unter Spannung stehen.
28:30
Richard sieht den Schmerz seines Bruders. Aber er ist hilflos. Er macht sich Vorwürfe, denn er erinnert sich genau daran, was er sich am Grab der Mutter geschworen hat. Auf Anthony aufzupassen, stark zu sein, ihn zu beschützen. Und nun gelingt genau das ihm nicht.
28:46
Ich habe das verarbeitet. Ich habe das auch sehr spät verarbeitet oder auch realisiert. Ich musste einfach stark sein.
29:00
Ich wollte einfach stark sein, aber ich bin das nicht.
29:04
Zwei Jahre vergehen, aber mit Anthony wird es immer schwieriger. Er schafft es einfach nicht, in Deutschland anzukommen. Die Schule bereitet ihm Schwierigkeiten, er findet keine Freunde und er fühlt sich bei seinem Vater immer noch nicht wohl. Der ist nämlich immer noch nach all der Zeit wie ein Fremder für ihn.
29:21
Eines Tages führt der Vater ein ernstes Gespräch mit Anthony. Er stellt den inzwischen Zwölfjährigen vor die Wahl. Entweder er versucht, sich auf sein Leben in Deutschland einzulassen und seinen Platz hier zu finden, oder er kehrt zurück in die Vereinigten Staaten. Für Anthony ist dieses Gespräch ein Schock. Deutschland ist für ihn immer noch nicht zur Heimat geworden. Gleichzeitig ist auch Amerika längst nicht mehr sein Zuhause, das ist ihm natürlich bewusst.
29:47
Kontakt zu Verwandten oder Freunden ihrer Mutter haben die Jungen nicht, denn ihr Vater scheint das nie unterstützt oder gefördert zu haben. Im Gegenteil. Sie kennen auch die Familie ihres Vaters nicht. In die USA zu ziehen, wäre für Anthony also ein Schritt ins völlig Unbekannte. Richard erinnert sich an dieses Gespräch und erinnert sich auch daran, wie hilflos Anthony war und dass er die Entscheidung, wo er leben sollte, einfach nicht treffen konnte.
30:11
wie soll er die auch treffen? Das ist doch unmöglich. Also Antony's Situation lässt sich ja vielleicht mit dem Begriff zwischen den Welten irgendwie beschreiben. Also kein Ort fühlt sich für ihn richtig an, weder die USA noch Deutschland. Und da wird dann in dieser Situation vom Vater zu so einer Entscheidung gedrängt, wo willst du leben? Der ist natürlich mit seinen zwölf Jahren da völlig überfordert. Nicht, weil er die Frage nicht versteht, sondern weil ihm die emotionale Grundlage fehlt, die zu beantworten.
30:42
Es fühlt sich ja alles ungewiss an und nach Verlust. Und es gibt ja auch gar keine richtige Antwort. Also das bedeutet ja dann, er müsste seinen Bruder verlassen. Es gibt da keine richtige Antwort. Und ich finde, das ist so die nächste ganz falsche Entscheidung und Herangehensweise des Vaters, das so zu machen.
31:05
Anthony zieht sich immer mehr zurück und er versucht mehrfach von zu Hause wegzulaufen. Aber zum Glück kann er jedes Mal rechtzeitig gefunden werden. Ja, was für eine Qual muss das für ihn gewesen sein?
31:16
Ja, und ich meine, dass er mehrfach versucht wegzulaufen, zeigt ja, wie wenig er sich noch sicher fühlt. fühlt oder auch gehalten fühlt. Also da ist kein Vertrauen. Weglaufen ist ja in solchen Situationen selten einfach nur Flucht, sondern das ist ein Impuls. Also das ist ein Ausdruck davon, dass er aus einer emotional unerträglichen Lage rauskommen will. Es ist der Versuch, irgendwo hinzugelangen, Wo, glaube ich, so dieser innere Druck, den er wahrscheinlich hat, vielleicht nachlässt.
31:46
So denkt er sich das mit zwölf Jahren. Auch wenn er natürlich so einen Ort realistisch überhaupt nicht erreichen kann.
31:55
Es dauert noch ein paar Monate, dann trifft der Vater eine Entscheidung. Anthony wird nicht länger in Deutschland bleiben. Er wird in die USA zurückkehren. Im Herbst 1999 ist es schließlich soweit. Richard und Anthony stehen am Flughafen in Frankfurt am Main. Genau an dem Ort, an dem sie wenige Jahre zuvor direkt nach dem Tod ihrer Mutter in Deutschland angekommen waren.
32:18
Damals hatten sie gemeinsam vor einer ungewissen Zukunft gestanden. Jetzt stehen sie erneut hier, doch diesmal führen ihre Wege in unterschiedliche Richtungen. Sie waren immer zusammen gewesen. Seit ihrer frühesten Kindheit hatten sie alles miteinander geteilt. Die glücklichen Jahre mit ihrer Mutter, ihren plötzlichen Verlust, die Begegnung mit dem totgeglaubten Vater, die Reise nach Deutschland und auch die schwierige Zeit des Neuanfangs. Und nun werden sie getrennt.
32:46
Aber was Richard in diesem Moment am Flughafen in Frankfurt noch nicht ahnt, er wird seinen Bruder nie wiedersehen.
32:52
Du hättest ihn niemals gehen lassen, wenn du gewusst hättest, dass du ihn nicht seht.
32:57
Ich wäre mitgeflogen. Am besten wäre es schwer mitgeflogen. Ich hätte gesagt, hey, ich geh mit.
33:10
Aber ihr wart ja beide noch Kinder, das lag nicht in deiner Verantwortung.
33:14
Das ist auch ein größter Fehler in meinem Leben.
33:18
Richard erinnert sich noch ganz genau an diesen Moment, als sein Bruder Anthony zusammen mit ihrem Vater hinter der Sicherheitskontrolle verschwindet. Er sieht ihm nach, bis er nicht mehr zu erkennen ist. Er hofft, Anthony könnte sich noch ein letztes Mal umdrehen, ihm zuwinken oder lächeln. Doch dieser Moment kommt nicht.
33:36
In den folgenden Monaten wird Richard klar, dass er Anthony verloren hat. Denn von seinem Bruder kommt auch nach der Rückkehr des Vaters nach Deutschland kein Lebenszeichen mehr.
33:45
Kein Wort, kein Brief, gar nichts. Und das quält einen. Das quält mich schon mein Leben lang, seit er weg ist.
34:01
Richard bekommt weder eine Telefonnummer noch eine Adresse von Anthony. Niemand sagt ihm, wo sein Bruder lebt oder wie er ihn erreichen kann.
34:09
Für Richard ist Anthony von einem Tag auf den anderen einfach verschwunden.
34:14
Wissen wir, weshalb dieser Vater den Kontakt zwischen Richard und Anthony jetzt auch noch unterbunden hat?
34:22
Nein, das wissen wir nicht. Und Richard kennt den Grund bis heute nicht.
34:26
Und deshalb können wir nur vermuten, was den Vater zu dieser Entscheidung bewogen hat. Vielleicht bei der Überzeugung, dass ein harter Schnitt für beide Jungen das Beste sei. Er wollte ja, dass Anthony sich in den USA ein neues Leben aufbaut und Richard in Deutschland. Und möglicherweise hat er geglaubt, dass die Brüder nur dann wirklich in ihrer neuen Realität ankommen würden.
34:46
wenn sie nicht ständig aneinander und an ihr früheres Leben erinnert würden.
34:49
Ich weiß es nicht, wie auch immer er gedacht hat. So funktioniert halt das Leben nicht. Vielleicht hat er da auch so ganz praktische Erwägungen gehabt. Das war ja eine große räumliche Distanz. Damals auch noch Kosten für Telefonate, diese ganzen komplizierten familiären Verhältnisse. Das bleibt natürlich alles Spekulation. Wir wissen das nicht. Wir kennen seine Beweggründe nicht.
35:14
Eines lässt sich festhalten, egal ob der Grund wie hier der tragische Tod der Mutter ist oder wie in vielen Fällen Trennung der Eltern, so oder so, ist es wirklich grundsätzlich nach meiner festen Überzeugung die falsche Entscheidung, Kinder zu trennen, also Geschwister.
35:35
Die Brüder hätten zusammenbleiben müssen.
35:40
Man hört das ja immer wieder. Ich habe auch im näheren Umfeld so einen Fall. Da wurde sich auch dazu entschlossen, Brüder zu trennen. Es hat immer traumatische Folgen. Es ist falsch. Es muss eine andere Lösung geben.
35:58
Fest steht, für Richard ist diese Entscheidung ein weiterer, kaum zu ertragender Verlust. Für einen Jungen, der seinen Bruder immer als engsten Vertrauten erlebt hatte, das muss kaum auszuhalten sein. Aber Richard macht so weiter wie vorher. Er schließt seinen Schmerz weg. Er geht zur Schule, er geht zum Fußballtraining, er lacht mit seinen Freunden, er weint nur nachts, wenn er allein ist. Morgen danach ist er wieder derselbe freundliche, pflegeleichte Junge, den alle kennen oder kennen wollen.
36:29
Er zieht sich an, er isst das Essen, das die Stiefmutter ihm hinstellt und sagt, alles gut, wenn jemand ihn fragt. Dieses Gut, das ist wie eine Maske, die er inzwischen so oft getragen hat, dass sie fast selbstverständlich ist.
36:44
Als Richard etwa 13 Jahre alt ist, zerbricht auch seine zweite, also seine deutsche Familie. Denn sein Vater und seine Stiefmutter trennen sich. Die Stiefmutter zieht aus und kurz darauf verschwindet sein Vater. Ohne Ankündigung, ohne Erklärung.
37:00
Und von einem Tag auf den anderen ist Richard auf sich allein gestellt. Mehrere Wochen lebt der 13-Jährige allein in der Wohnung.
37:07
Jetzt flippe ich wirklich fast aus beim Zuhören. Also jetzt ist der Vater, eigentlich war er bei mir schon vorher unten durch, aber da konnte man ihm noch irgendwie unterstellen, dass er es irgendwie gut gemeint hat.
37:20
Das ist kein verantwortungsvoller Vater und der hätte sich schon vorher so einschätzen müssen, dass er das nicht schafft und dass er, warum auch immer, nicht das Zeug mitbringt, ein guter Vater zu sein. Also er ist einfach nur ein... Ja, ja, der Richard, der steht jeden Morgen auf, macht sich selbst Frühstück und geht zur Schule. Wahnsinn, das ist irre.
37:42
Nachmittags kommt er in die leere Wohnung zurück, kocht sich was zu essen, erledigt seine Hausaufgaben und er versucht den Alltag irgendwie zu meistern und lässt sich nach außen hin nichts anmerken. Er funktioniert und niemand in der Schule scheint zu bemerken, dass zu Hause kein Erwachsener auf ihn wartet und dass sich hier niemand um ihn kümmert. Also nach außen hin wirkt, wie eigentlich immer bei Richard, alles normal. Krass.
38:07
Und hinter dieser scheinbaren Normalität, da steht ein Junge, der ja jetzt zum wiederholten Mal erlebt, dass ein ganz wichtiger Mensch aus seinem Leben einfach verschwindet. Zuerst verliert er die Mama, dann verliert er seinen geliebten Bruder und jetzt ist einfach dieser Vater nicht mehr da. Und die Stiefmutter, die war schon vorher weg. Wieder bleibt ihm nichts anderes übrig, als alleine zurechtzukommen. Richard hätte wahrscheinlich nie irgendjemanden um Hilfe gebeten.
38:35
Er wollte einfach grundsätzlich niemanden zur Last fallen.
38:39
Ja, und ich denke an das, was Richard vorhin gesagt hat. Ich wollte stark sein, aber ich war es nicht. Er ist zu klein.
38:46
Der ist viel zu jung dafür. Und das Verhalten des Vaters, das ist indiskutabel.
38:52
Aber zum Glück merkt Richards Stiefmutter nach einiger Zeit, dass etwas nicht stimmt. Sie war davon ausgegangen, dass Richard nach ihrem Auszug zusammen mit seinem Vater in der alten Wohnung lebt und von ihm versorgt wird.
39:03
Na klar, davon wird ja jeder ausgehen.
39:05
Aber als sie nachfragt, wird ihr klar, dass der 13-Jährige schon seit Wochen ganz alleine ist. Für sie ist das ein Schock und sie zögert keine einzige Sekunde. Sie nimmt Richard bei sich auf.
39:16
Bei seiner Stiefmutter findet Richard schließlich ein neues Zuhause. Bei ihr lebt er, bis er die Schule beendet hat und mit einer Ausbildung beginnt. Richard hat nur einen einzigen Wunsch. Er möchte wissen, ob es seinem Bruder gut geht, ob sein Bruder lebt und wenn ja, wo er ist und wie sein Leben heute aussieht. Mehr braucht er nicht. Nur diese Gewissheit, dass Anthony irgendwo da draußen ist und dass es ihm gut geht.
39:42
Das ist mein größter Wunsch überhaupt, vor allem, was ich mir als Ziel vorgesetzt habe. Aber das kann mir keiner nehmen, denn mein Bruder weg ist.
39:54
Ich fühle mich leer.
40:00
Richard ist inzwischen erwachsen. Zur Familie seiner Mutter in den USA hat er keinen Kontakt. Er war sieben Jahre alt, als er die USA verlassen hat und vieles aus dieser Zeit ist nur noch bruchstückhaft in seinen Erinnerungen geblieben. Richard ist verzweifelt. Er wendet sich schließlich an dich. Er schreibt dir und er bittet dich um Hilfe.
40:21
Ich habe daraufhin zunächst im Internet recherchiert und unzählige Telefonate mit Behörden in den USA geführt.
40:29
Ich habe nach einem Anthony Parker gesucht, der aus Clarksville stammt. Von Deutschland aus habe ich da aber niemanden gefunden, der mir hätte weiterhelfen können. Es gab keine greifbaren Anhaltspunkte, bis schließlich ein einziger Treffer auftauchte. Ich habe einen Anthony Parker aus Clarksville gefunden, aber der hatte eine Vergangenheit, die mich beunruhigte. Er saß nämlich wegen eines schweren Gewaltverbrechens im Gefängnis.
40:56
Ich habe dann weiter recherchiert, habe Daten verglichen und nach Hinweisen gesucht. Gleichzeitig habe ich gehofft, dass es sich um eine Verwechslung handelt. Der Gedanke, dass aus dem fröhlichen und hinreißenden kleinen Jungen, den ich auf dem alten Weihnachtsfoto mit seinem Bruder und seiner Mutter gesehen hatte, ein Mann geworden sein könnte, der wegen eines schweren Delikts im Gefängnis sitzt, Der fühlte sich irgendwie falsch an. Und gleichzeitig doch durchaus möglich. Wir wussten nichts über Antoneys Lebensweg in den USA. Wo war er aufgewachsen?
41:27
Bei wem? Und warum war er verschwunden? Aber Anthony Parker ist kein seltener Name und es wäre völlig voreilig gewesen, aus einem einzigen Treffer Schlüsse zu ziehen. Jetzt kommt Werbung.
41:44
Silvi, kennst du das bei mancher Fremdsprache, die man nur so ein bisschen spricht, also eher ein bisschen mehr versteht und dann so ein paar Sätze sagen kann, dass man dann in das Problem gerät, dass der andere dann voll losblubbert und denkt, ah ja, die versteht ja und die kann ja jetzt hier antworten und so.
42:00
Genau, man hat den Faden längst verloren.
42:02
Total, das geht mir in spanisch sprechenden Ländern so, durch die Arbeit und vielen Suchen in Südamerika und so, Behaupte ich, kann ich gerade in diesem Bereich suchen, also wo ist die Schwester, ich suche den Vater, Zusammenführung, das kann ich alles so ein bisschen, aber wenn es dann in die Tiefe geht und wenn der andere dann ganz viel erzählt, dann… dann verstehe ich nur Spanisch sozusagen. Ich habe da viel vor mit der Sprache und deswegen freue ich mich total. Unser heutiger Werbepartner ist Bubble. Und Bubble bedeutet kleine Schritte, große Erfolge.
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So, und ihr könnt ja demnächst kontrollieren, ob mein Spanisch bei Bitte melde dich besser wird. Ich lerne jetzt mit Bubble. Den Link und alle Infos findet ihr auch in unseren Shownotes. Werbung zu Ende.
44:13
Wir haben dann von Deutschland aus versucht, nähere Informationen über diesen inhaftierten Anthony Parker zu bekommen. Doch alle Anfragen blieben ohne Erfolg. Die Behörden gaben keine Auskünfte oder die Angaben waren zu vage, um sicher zu sein, ob es sich wirklich um Richards Bruder handelte.
44:30
Ich bin dann mit ziemlich gemischten Gefühlen in die USA geflogen, nach Nashville. Denn dort war Anthony Parker inhaftiert. Ich bin sofort zum zuständigen Gericht gefahren. Die Mitarbeiter prüften die Daten sorgfältig, während ich versuchte, meine Anspannung zu verbergen. Und schließlich kam die Antwort. Und ich muss sagen, ich war selten so froh, dass sich eine Spur als falsch herausstellte. Der Mann im Gefängnis in Nashville war nicht Richards Bruder.
44:58
Was für eine Achterbahnfahrt. Hast du eigentlich danach, also nach diesem Termin bei Gericht noch etwas von Nashville mitbekommen oder ging es dann gleich weiter?
45:07
Nee, also ich hatte noch so ein paar Stunden in Nashville.
45:10
Ja, Nashville, das haben wir ja vorhin schon gesagt, wird ja auch Music City genannt. Ja.
45:15
Viele berühmte Musiker sind dort gestartet mit ihren Karrieren und auch Taylor Swift, habe ich gelesen.
45:20
Auch Taylor Swift, genau. Und in den Straßen mischt sich da alles zueinander, also es ist irre. Natürlich Touristen mit Cowboy-Hüten, sehr viele Straßenmusiker, auch auffallend viele gute. Also die wollen natürlich alle berühmt werden, genau da, wo die Wurzel der Musik, sozusagen die Wiege liegt. Man weiß nie, ob der Musiker auf dem Bürgersteig morgen ein Superstar ist. Also so haben ja schon viele Karrieren dort angefangen. Es gibt unzählige Bars, da treten Bands auf. Es gibt natürlich diese typischen Elvis-Imitatoren, mit denen man sich für viel Geld fotografieren lassen kann.
45:56
Es war alles sehr aufregend, aber... Am nächsten Tag ging die Suche weiter und zwar in Clarksville.
46:02
Ja, die gesamte Suche hing jetzt an einer einzigen und äußerst wagen Spur. Es war völlig unklar, ob Anthony adoptiert worden oder ob er bei Pflegeeltern aufgewachsen war. Vielleicht hatte er längst einen anderen Namen. Der einzige Weg zu ihm führte über die Familie seiner Mutter. Menschen, zu denen Richards Vater nie ein gutes Verhältnis gehabt hatte. Wussten sie überhaupt, dass Anthony wieder zurück in die USA gekommen war? Und gab es in Clarksville überhaupt noch lebende Verwandte? Die Antwort auf diese Fragen würde entscheiden, ob Anthony jemals gefunden werden konnte oder ob sich seine Spur für immer verlieren würde.
46:42
In Clarksville hat mich mein erster Weg auf den größten Friedhof der Region geführt. Zuvor habe ich noch kurz Halt in einem Blumengeschäft gemacht und habe einen Strauß Blumen besorgt. In der Friedhofsverwaltung habe ich nach dem Grab von Hiang Nan Parker gefragt. Und tatsächlich war sie hier beigesetzt. Ein Mitarbeiter führte mich über die weitläufige Anlage bis zu ihrer Grabstätte. Ich habe die Blumen niedergelegt und dachte an Richard. Doch dann fiel mir etwas auf.
47:12
Neben dem Grab entdeckte ich einen frischen Blumenstrauß. Das konnte nur eines heißen. Irgendjemand kam noch regelmäßig hier zu diesem Grab.
47:22
»An dem Strauß steckte eine Karte. Vorsichtig zog ich sie heraus, in der Hoffnung auf einen Namen oder eine persönliche Nachricht. Doch auf der Karte stand lediglich der Name des Blumengeschäfts, in dem der Strauß gekauft worden war. Ich ging nochmal zurück in die Verwaltung und fragte, ob sich jemand regelmäßig um dieses Grab kümmerte.« Die Mitarbeiterin schaute in ihre Unterlagen. Tatsächlich war dort eine Ansprechpartnerin eingetragen. Sie hieß Young Yu und war die Schwester von Richards Mutter, also seine Tante.
47:55
Doch die hinterlegte Adresse war offenbar nie aktualisiert worden. Sie stammte noch aus der Zeit, als das Grab kurz vor der Beisetzung von Richards Mutter angemietet worden war, also aus dem Jahr 1996. Die einzige Spur, die es gab, war somit Jahrzehnte alt.
48:13
Trotzdem machte ich mich auf den Weg. Ich musste zurück nach Nashville, denn dort hatte Richards Tante Young Yu laut der Unterlagen in der Friedhofsverwaltung früher gelebt. Doch unter ihrer alten Anschrift war sie nicht zu finden. Ich klingelte an den Türen der Nachbarhäuser, sprach mit Menschen, die schon lange dort lebten und hoffte, jemand würde sich an sie erinnern. Doch niemand konnte mir Auskunft geben. Nach einigen Tagen musste ich mir eingestehen, dass ich Richards Tante trotz aller Bemühungen nicht finden konnte. Vielen Dank. Dann fiel mir wieder die Adresskarte ein, die ich in dem Strauß an Hyangnans Grab entdeckt hatte.
48:48
Vielleicht war das die Spur, nach der ich die ganze Zeit gesucht hatte. Ich rief in dem Blumenladen an und hatte das Glück, direkt mit dem Inhaber zu sprechen. Ich schilderte ihm ein Anliegen und fragte, ob Richards Tante Yang Yu zu seinen Kundinnen gehörte. Als der Mann hörte, worum es ging, zeigte er sich ausgesprochen hilfsbereit. Und tatsächlich, der Blumenhändler wurde in seinem Kundenverzeichnis fündig.
49:13
Dort war eine Frau mit dem Nachnamen Ju verzeichnet. Er nannte mir ihre Adresse und ich habe mich sofort auf den Weg gemacht. Ich klingelte und eine Frau öffnete mir die Tür. Sie war wirklich Richards Tante. Tief bewegt erzählte sie mir, dass sie in all den Jahren immer wieder versucht hatte, ihren ehemaligen Schwager in Deutschland ausfindig zu machen. Doch jeder ihrer Versuche war gescheitert. Sie hatte keine Anschrift, keine Telefonnummer und keine Möglichkeit, Kontakt mit ihm aufzunehmen.
49:45
Deshalb hatte sie sich nie bei Richard melden können. Aber dann sagte sie, dass sie Kontakt zu Anthony hatte. Er hatte nach seiner Ankunft in den USA zunächst bei einem Paar gelebt, das der Vater für seinen Sohn ausgesucht hatte. Aber dieses Paar trennte sich nach einiger Zeit und Anthony war von einer neuen Familie aufgenommen worden. Und diese Familie hatte sich viele Jahre später bei Young Yu gemeldet. Sie stand seitdem in engem Kontakt mit ihrem Neffen. Sie gab mir seine Anschrift und ich machte mich sofort auf den Weg.
50:17
Als ich dort eintraf und klingelte, öffnete mir ein großer, sehr sympathischer junger Mann die Tür. Ich musste gar nicht erst fragen, ob er Anthony war, denn schon im ersten Augenblick erkannte ich in seinem Gesicht den kleinen, strahlenden Jungen wieder, der auf dem alten Foto auf dem Schoß seiner Mama saß. Und in diesem Augenblick wusste ich, dass ich Richards Bruder gefunden hatte.
50:47
Wahnsinn, du hast wirklich Richards Bruder gefunden.
50:49
Ja, und inzwischen war aus diesem kleinen Jungen natürlich ein Erwachsener geworden, ein sehr höflicher und auch sehr warmherziger junger Mann. Aber auch bei ihm konnte ich schon dieses Gebrochene und auch diese Traurigkeit und Verletztheit von Anfang an spüren.
51:07
Genauso wie bei Richard. Und was hat Anthony gesagt, als du eben erzählt hast, warum du da bist und dass Richard ihn sucht?
51:14
Der war tief berührt. Er hat gesagt, dass Richard und er wie Zwillinge waren und dass er es nie geschafft hat, seinen Vater ja nicht als Fremden zu sehen. Er hatte in seiner Zeit in Deutschland immer seine Heimat vermisst, auch die innere Heimat und er war nie über den Tod der Mutter hinweggekommen.
51:32
Und sag mal, hat Anthony denn auch versucht, Richard zu finden, also den umgekehrten Weg zu gehen?
51:37
Ja, und er hat auch die Pflegefamilie dann die Neue darum gebeten, in Deutschland beim Vater anzurufen, denn er wollte natürlich mit Richard sprechen, aber dann war die Nummer nicht mehr vergeben.
51:48
Ja, und das wird wahrscheinlich die Zeit gewesen sein, nachdem der Vater ausgezogen ist und verschwunden ist und Richard dann zu seiner Stiefmutter gezogen ist.
51:56
Ja, hör mal, wie er das alles ausdrückt.
52:03
Es gab so viele Zeiten in meinem Leben, in denen ich einfach nur einsam war. Aber jetzt werde ich nicht mehr einsam sein, denn die Leere in meinem Herzen, die wird jetzt endgültig gefüllt. Ein neues Abenteuer wartet auf uns beide. Ich bin so glücklich, dass es dir gut geht.
52:21
Ja, und es gab natürlich auch eine Botschaft von Anthony & Richard.
52:28
Hallo Richard, hier ist dein Bruder Anthony. Ich habe immer so gehofft, dass wir wieder zueinander finden. Und es ist verrückt, dass dieser Tag nun endlich gekommen ist. Ich freue mich schon sehr darauf, dich zu sehen und ich liebe dich.
52:46
Und du kannst dir vorstellen, wie Richard reagiert hat, als ich zurück in Deutschland war, mit diesen Nachrichten, mit dem ganzen Gespräch und mit dieser Botschaft. Das war einfach wundervoll. Ich glaube, das war die beste Überraschung seines Lebens.
53:01
War aber nicht die einzige Überraschung, die du für ihn hattest. Denn der Anthony war direkt mit dir zusammen nach Deutschland geflogen. Natürlich. Ich packe immer alle ein, ich finde. Ja, und er wollte Richard direkt sehen.
53:13
Genau.
53:15
Ja, und als sich diese beiden Brüder dann letztendlich in die Arme gefallen sind, also diese zwei erwachsenen jungen Männer inzwischen, da war also ganz klar, da ist sofort wieder diese Verbindung von früher da. Die haben sich einfach festgehalten, die haben sich gar nicht mehr losgelassen und die Tränen liefen ihnen über die Gesichter. Hä?
53:44
I love you so much.
53:45
I miss you 15 years. And now we pardoned you.
53:48
You happy now? You feel good? My dad.
54:05
Ja, das ist immer der Punkt, wo wir uns aus der Geschichte zurückziehen und auch zurückziehen können. Richard und Anthony können natürlich diese verlorenen Jahre nicht zurückholen. Einen Großteil der Kindheit, der Jugend und auch des Erwachsenenlebens haben sie ja voneinander getrennt verbringen müssen. Die Uhr lässt sich da einfach nicht zurückdrehen.
54:29
Aber ihre tiefe Liebe und ihr Vertrauen zueinander, das ist nie weggegangen. Die beiden Brüder sind wieder zusammen und diese vielen falschen Entscheidungen, die andere, also vorrangig der Vater leider, für die beiden getroffen haben, die können sie jetzt zusammentragen und sie haben die Möglichkeit, vielleicht zusammen auch zu heilen. Das wünsche ich den beiden von Herzen. Und ich bedanke mich auch, glaube ich, im Namen von dir, bei beiden für das große Vertrauen, das sie uns entgegengebracht haben.
55:06
Ja, auf jeden Fall. Wenn ihr uns schreiben möchtet, könnt ihr das tun unter info at spurlospodcast.de und alle weiteren Informationen findet ihr in den Shownotes.
55:16
Und so sage ich am liebsten Tschüss mit so einem wohligen, zufriedenen Gefühl, so würde ich es nennen. Danke an euch fürs Zuhören. Bis ganz bald und passt aufeinander auf.
55:49
Jetzt kommt Werbung. Der 7One Audio Podcast Tipp.
55:54
Leute, noch nicht abschalten. Denn das Beste kommt zum Schluss. Und deswegen wollen wir das nutzen, um uns einmal kurz vorzustellen. Und dabei meine ich mich, Laura. Und Sarah. Und unseren True-Crime-Podcast I Send It Dark.
56:05
Mit dem wir jetzt ziemlich hoch gepokert haben. Ja. In unserem Podcast sprechen wir jeden Sonntag ziemlich detailliert über einen wahren Kriminalfall aus aller Welt. Dabei konzentrieren wir uns auf eher unbekanntere, deswegen aber nicht weniger spannende Fälle.
56:21
Beispielsweise behandeln wir in Folge 161 ein tödliches Airbnb auf Hawaii. Ihr ahnt es schon, euch erwarten schlaflose Nächte.
56:30
Am Ende jeder Folge bescheren wir euch außerdem nochmal einen ordentlichen Gänsehaut-to-go-Moment, indem wir eine paranormale Story aus unserer Community vorlesen. Euch ist auch schon mal etwas Unerklärliches oder Mysteriöses passiert, dann immer her damit.
56:44
Und wer von solchen Dingen nicht genug bekommen kann, für den haben wir noch etwas ganz Besonderes im Petto, denn einmal im Monat heißt es bei uns Spooky Sunday. In diesem Paranormal Special widmen wir uns übernatürlichen Vorkommnissen und erzählen euch unter anderem die wahre Geschichte hinter dem Horrorfilm Annabelle. Ein anderes Mal geht es um den kleinen David, der dem New Yorker Adam Ellis im Traum begegnet und ihn anschließend auch im wahren Leben heimsucht.
57:11
Wir freuen uns schon, wenn ihr bei Eisender Dark reinhört und ab jetzt jeden Sonntag mit dabei seid, damit wir uns gemeinsam durch wahre Kriminalfälle denken oder uns bei den Spooky Sundays ordentlich gruseln können. Ach und übrigens, hören könnt ihr uns überall da, wo es Podcasts gibt. Bis dahin, schöne Träume.
57:28
Mehr oder weniger. Bis dann. Tschüss. Tschüssi.